Das Fettnäpfchen der Woche

Strache (vorne unter der Glaskugel, verkleidet)Ich habe ja vorgeschlagen, HC Strache für den Satirepreis „Salzburger Stier“ zu nominieren – seine Rede als Bundeskanzlerpräsidentundkaiser war ja ein großer Lacherfolg.
Leider habe ich ihn missverstanden. Der Mann ist kein Satiriker und hielt den IS-Chef für einen Mossad- oder CIA-Agenten.

 

 

Wenn aber HC Strache Satiren für die Wirklichkeit hält, dann erinnert er mich an einen ehemaligen Innenminister.
Der Minister wurde später von seiner Partei nach Brüssel befördert und danach von einem Gericht verurteilt.

Und die Geschichte auf Kakanien ging 2004 so:

Das Näpfchen der Woche

Waren die geneigten Leserinnen und Leser vor einiger Zeit noch der Meinung, kein Mensch könnte jemals das Fettnäpfchen des südlichen Landeskaisers übertreffen, der einstens vor der Schildlaus im Joghurt warnte, die mit der EU zwangsläufig nach Österreich kommen wird, so überschlagen sich die Wettbewerbsteilnehmer in den letzten Monaten in Spitzenleistungen.

Etwa die Frau Zukunftsministerin, die den gegnerischen Präsidentschaftskandidaten, einen seriösen Herren alter Schule gegen den Prinz Charles wie ein anarchistischer Revolutionär wirkt, als „links-linken Kandidaten“ bezeichnet. Die Genossinnen und Genossen heulten ein bisschen auf, Herr Fischer fühlte sich geschmeichelt, die restliche Bevölkerung kicherte wieder einmal. Der erste Platz im Bewerb „Fettnäpfchen treten“ schien schon so gut wie sicher, weil Frau Ferrero-Waldner nichts sagte, da tauchte wie ein deus ex machina der hiesige Innenminister auf.

Ihm gebührt das Näpfchen des Monats und möglicherweise wird er auch Jahressieger. Aber der Reihe nach, ganz ohne Satire:

Wie jeder Innenminister will Herr Strasser alle Menschen überwachen. Dazu bedarf es zum Beispiel vieler Videokameras. Die wünschte sich der Minister auf einer Pressekonferenz und veranschaulichte die Vorteile wie folgt: ACHTUNG! KEINE SATIRE!

In Island gibt es viele, viele Überwachungskameras und niemand stört das. Im Gegenteil! Der Polizeichef lässt die Videos, damit alle alles überwachen können, sogar ins Kabel TV übernehmen und, man höre und staune, dieser Kanal ist der beliebteste in ganz Island!

Die Journalisten vernahmen die Botschaft und wunderten sich. Einer – ein typisch linkslinker Vertreter seiner Zunft – war skeptisch und informierte sich über diesen Fernsehkanal.

Den gibt es nicht. Aber einen ironischen Film über die Gefahren des Überwachungsstaates. Womöglich, erzählt der Film, wird eines Tages ein Polizeichef die Videos der Kameras in das Kabel TV einspielen.

Auf so eine Idee können nur Künstler kommen.
Und nur ein Innenminister kann das für die Wirklichkeit halten. So hätte er sie nämlich gerne. Aber leider, noch ist’s nur ein Film.

Trat der Mann wegen Unfähigkeit zurück?

Natürlich nicht. Durchhalten, heißt die Parole aller Politiker. Aber wie soll er den, na ja, Fehler ist ja übertrieben, also diesen kleinen Fauxpas ausbessern? Eine Nacht lang hat der think tank seiner Partei überlegt, dann folgte die Erklärung: (ACHTUNG! TEILWEISE SATIRE!)

„Ich gratuliere dem Filmregisseur zu seiner Meisterleistung! Der Mann muss ein Genie sein. Wer sonst kann einen Minister, noch dazu einen österreichischen, so legen! Und außerdem werde ich in Zukunft jeden Film zu Ende ansehen.

Ja, dann kann in Zukunft nichts mehr passieren. Schlimmstenfalls muss ich die Gegner selbst mit der MP niedermähen, wie der kalifornische Senator, der früher als Kindergärtner gearbeitet hat. War der nicht auch in Russland bei der Polizei? Oder war das schon die geheime EU-Polizei?

Egal, selbst ein Minister kann nicht alles wissen. Wichtig ist, dass Sie mir und meinen Videokameras auch in Zukunft vertrauen können.“

Also, alles in Butter!
Meint Ihr/euer
Erich Ledersberger

Igls, 22. März 2004

Lachen macht Spaß!
D
enken macht Spaß!

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