Lecker, Oida!

Ballert, Habibi!

Ballert, Habibi!

Liebe Almans, ich möchte heute über die Verarmung der deutschen Sprache schreiben. Und damit ist nicht die deutsch sprak gemeint, klar Brudi?

Also macht kein Auge, sondern lest brav, glaubt mir, das ballert. Kein Palaver!

 

 

 

Lecker!

Als meine Tochter noch im erziehungsfähigen Alter war, habe ich ihr das Wort ‚lecker‘ verboten. Jedes Mal, wenn sie es verwendete, bekam sie die Aufgabe, ein anderes Wort mit ähnlicher Bedeutung zu finden. Allmählich machte ihr das Spiel Freude. Essen konnte nun köstlich schmecken, gut sein, manches war sogar himmlisch, umwerfend, fantastisch, leiwand oder zum Niederknien. Urgut fand ich zwar nicht so leiwand, aber wir hatten jede Menge Freude an der Suche nach Alternativen.

Ich komme deshalb auf das Thema, weil ich beim Kochen oft die Küchenschlacht laufen habe. Was dort auf den Tisch kommt, ist zwar jenseits der Idee vom Hobbykochen, aber bisweilen interessant. Allerdings nicht, was den Sprachgebrauch anlangt.
Wenn dort etwas köstlich schmeckt oder gut gewürzt ist, schmeckt es immer gleich: nämlich lecker. Ein anderes Wort kennen die Menschen dort für gutes Essen nicht.
Eine Sauce kann würzig oder gehaltvoll sein, ein Braten nach Rosmarin und Thymian duften, ihnen ist alles gleich, nämlich lecker.

Schade, denn die deutsche Sprache kann mindestens so phantasievoll sein wie leckeres (!) Essen.
Yani!

Deutsch sprak

Etliche wunderbare neue Wörter, die in die deutsche Jugendsprache gerade Eingang finden, kommen aus dem so genannten Kanakendeutsch. Ein Begriff, der, wie heute üblich, sofort als Diskriminierung gesehen wird, obwohl Kanaka eine hawaiische Bezeichnung für Mensch ist. Möglicherweise fühlt sich jemand durch diese Bezeichnung bereits diskriminiert.

Wos was a Fremda, wie der Wiener sagt. Heute ist die Welt ja voll von Beleidigten und Diskriminierten. Etwa durch die Aufgabe in einem 20 Jahre alten Schulbuch.

Yallah!

„Murat und Aische gehen dursch Wald, auf Suche nach korrekte Feuerholz.“ Das ist die poetische Übersetzung der ersten Zeile vonn ‚Hänsel und Gretel‘ ins Kanakische. Aufgabe war es, ein selbst gewähltes Märchen in die Jugendsprache zu übersetzen.

Klingt yani gut.

Leider haben sich mehrere Schülerinnen und Schüler von der Übung ausgegrenzt gefühlt, postete Rechtsanwalt Zingal auf Facebook. Die Schulaufsicht handelte unverzüglich und erklärte, dass die Aufgabenstellung des Schulbuchs als „ungeeignet angesehen und künftig nicht mehr verwendet“ werde.

Wieder eine Chance für eine Belebung der deutschen Sprache vertan!

Eine Linguistin will die Sache nicht auf sich ruhen lassen und forscht weiter unter Jugendlichen zum Thema. Im Interview berichtet sie, dass es allerdings schwer bis unmöglich sei, zu den Jugendlichen vorzudringen. Kaum habe man sie als alte Frau – sie ist schon um die 40 – erkannt, fallen sie in die gute, alte Standardsprache zurück.

Es ist ein Jammer, Habibi!

Alman – Mensch mit deutschen Wurzeln
Sprak – Sprache
Brudi – Freundchen
Augen machen – jemandem etwas Schlechtes wünschen
Mach kein Auge – sei nicht missgünstig
ballert – klingt gut
Palaver – heiße Luft
Yallah – gemmas an
Yani – ungelogen, wahrhaftig
Habibi – Freunde

In diesem Sinn:
Der Sommer naht, schöne Wochen
euer/Ihr
Erich Ledersberger

Und übrigens, damit es niemand vergisst:
Fast alle meine Bücher für meine Karriere gibt es hier zu kaufen:
https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/?q=ledersberger

Wir sind Experten!

Wir Schafexperten

Wir Schafexperten

Das Wissen der Menschheit vergrößerte sich in den letzten Jahren enorm.

Gab es früher in Österreich ca. vier bis fünf Millionen Fußballexperten, die bei Niederlagen alles besser gemacht hätten, bei Siegen der Meinung waren, dass der Teamchef eben ihren Ratschlägen gefolgt ist, hat sich das Expertentum erweitert.

 

Weiterlesen