An Hartmut perlten die wohlmeinenden Ratschläge ab wie Nieselregen an imprägnierten Jacken. Sein Weinkonsum hatte mittlerweile solche Dimensionen angenommen, dass ein täglicher Gang zum Flaschencontainer nötig war, um die Ordnung in der Wohnung aufrecht zu erhalten.
Archiv des Autors: Erich Ledersberger
Sind „social media“ antisozial?
Wer immer den „neuen Medien“ den Begriff „sozial“ zuordnete, hat wohl nicht mit der drohenden Entwicklung zum
Inzucht-Verein gerechnet.
Einerseits: War das vorhersehbar?
Andererseits: Ist das nicht super?
Das Attentat, Satz 108 – 116
In den Gesprächen mit Helga ging er noch weiter. Er empfände nicht nur Mitgefühl und Verständnis für idealistische Terroristen, wiewohl ihm klar sei, dass diese Bezeichnung ein Widerspruch sei. Nein, er habe Sympathie für sie. Ihm persönlich fehle bloß der Mut, diesen pädagogischen Irrsinn namens Schule in die Luft zu sprengen. Noch fehle er ihm, fügte er schelmisch hinzu und lachte fröhlich. Da lachte auch Helga erleichtert auf. Weiterlesen
Hoch der 1. Mai!
Heuer haben die Genossinnen und Genossen keinen Grund zum Feiern und das Lied von der internationalen Solidarität wird ihnen schwer über die Lippen gehen.
Schließlich fällt schon die nationale Solidarität schwer genug.
Von der parteiinternen ganz zu schweigen.
Das Attentat, Satz 98 – 107
Helga, seine Kollegin und der einzige Mensch, der seinen Zustand einigermaßen akzeptierte, sorgte sich im Lauf der Zeit immer mehr. Hartmut verhielt sich merkwürdig. Hatte sie anfangs seine Scherze über das Anzünden der Schule noch lustig gefunden, kamen ihr seine präziser werdenden Gedankenspiele zum Bau einer Bombe und ihrer Fernzündung mit einem Handy immer realistischer vor. Weiterlesen

