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Die Chaosrepublik

Unser Kakanien!

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22 Jahre Kakanien!
Ein ganzes Jahrtausend kakanische Geschichte.
Und etwa 600 Kolumnen zur Zeit

Hier eine Erinnerung an das Jahr 2003.
Die Chaosrepublik

 

 

 

 

Österreich am Beginn des 21. Jahrhunderts: eine Chaosrepublik ohne Anlass, wenn man vom Vorhandensein unfähiger Politikerinnen und Politiker absieht.

Berlusconi, so sagen manche Beobachter, kauft sich einen Staat namens Italien. Ist eigentlich schon ins österreichische Bewusstsein gedrungen, dass dieses Land ebenfalls gekauft wird? Nicht nur die Fußballbundesliga gehört einem Konzern, auch Politiker werden von ihm gekauft. Und die Industriellenvereinigung hat irgendwie auch mit kaufen zu tun. Sie unterstützt halt Politiker, die ihre Ideen befürworten. Lobbying heißt das beschönigend bei Lorenz Fritsch, Präsident der Industriellenvereinigung, was hierzulande „Freunderlwirtschaft“ genannt wird. Othmar Karas zum Beispiel erhält von der Industriellenvereinigung eine Akademikerin „verliehen“. Aber Herr Karas empfindet das nicht als Belastung und auch nicht als Lobbying.

Andreas Rudas – Gott weiß vielleicht, warum dieser Mann in der SPÖ Mitglied ist – arbeitet seit seinem politischen Ende ebenso beim Magna-Konzern wie der Ex-Bundeskanzler Vranitzky, ebenso wie davor das frühere FPÖ- und nun ÖVP-Fast-Mitglied Finanzminister Grasser für ihn gearbeitet hat. Herr Hojac, Ex-FPÖ-Klubobmann ist irgendwas im Fußballverband, der wiederum irgendwie mit der Bundesliga zu tun hat, die Herr Stronach fördert, dem wiederum der bekannte Konzern gehört, zumindest ein bisschen.

Der Finanzminister, der so gerne von sich in der 3. Person spricht, hat angeblich ein Rückkehrrecht zum Magna-Konzern und weiß nichts von den Aktivitäten des „Vereins zur Förderung der New Economy“, obwohl die in erster Linie seine Homepage betreibt. Dort sind mittlerweile viele seiner Kinderfotos verschwunden, aber das hat natürlich nichts mit der Aufdeckung der seltsamen Finanzierung zu tun.

„Am Ende des Tages werden sich alle Vorwürfe in Luft auflösen“, meinte der Minister (Standard, 24. Juni 2003, Seite 9). Also wenn er auch nichts vom Verein weiß, so weiß er immerhin, dass sich alle Vorwürfe auflösen. Seltsam, denkt sich der Nicht-Beteiligte: da weiß einer von nix, aber dann, dass alles anders ist.

Wo haben die Herren – Frauen sind bisher selten so flexibel, aber das wird sich ändern, wenn sie auch ein kleines Machterl haben – ihre Moral gelassen? Wie? Die hatten nie eine? Gut möglich.

Ein Dankeschön in diesem Fall an alle Beamte, die trotz einer solchen Politik das normale Geschäft erledigen. Und eine Bitte für die nächsten Wahlen an alle Österreicherinnen und Österreicher: bitte genauer schaun, welche Partei bei welchem Kreuzerl steht!

  1. Juni 2003