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Schein statt Sein

Kommt halt nicht immer an...

Kommt halt nicht immer an…

Sicher?

Wir haben mehrere Proben aufs Exempel gemacht. Der Test fiel negativ aus.

 

 

 

Werte Post!
Ich schreibe Dir, damit Du auch etwas zu lachen hast. Ich nehme an, Du bekommst ständig Beschwerden über Sendungen, die ins falsche Postkasterl geworfen worden sind oder ihren Empfänger überhaupt nicht erreichen. Dazu noch die vielen Menschen, die darauf beharren, dass der Nachsendeauftrag, bereits artig bezahlt, nicht erfüllt wird.

Dazu habe ich Dir eine lustige Geschichte zu erzählen.

Wir haben Anfang Juli einen Nachsendeauftrag eingerichtet und BEZAHLT. Er kostet derzeit € 16,90 und ist ein tolles Service der #Post, die bekanntlich allen etwas bringt. Wenn auch nicht unbedingt dem oder der konkreten Empfänger und –in. Aber das nur so nebenbei.

Jedenfalls bekamen wir nur ein EINZIGES Mal die Post an die Nachsendeadresse, danach nie wieder.

Nach einem Monat, wieder an unserer Ursprungsadresse gelandet, fanden wir einige Briefe vor. Darunter eine Rechnung und eine weitere mit Mahnspesen, die Androhung eines Unternehmens, uns den Gashahn abzudrehen und einige andere Nachrichten. Sie waren uns nicht nachgesendet, sondern an die alte Adresse geliefert worden.

Nun fanden einige Telefonate statt und ich schrieb etliche Mails an die #Post zuerst über Facebook, leider vergeblich. („Wir können Ihre Frage wegen des Datenschutzes nicht beantworten, schicken Sie uns eine Nachricht über die Website.“)

Na gut, also daher, datenschutzmäßig super, mehrere Beschwerden über ein Formular der #Post.

Antworten kamen keine, abgesehen von automatisierten Mails.
(„Danke für Ihr Mail, wir freuen uns über Ihre Anteilnahme und werden sofort….“ Oder so ähnlich)

Sofort ist ein relativer Begriff, wir dachten sofort an die Operette ‚Der Vogelhändler‘ und die Christel von der Post. Wie heißt es dort so schön?

Mein Amt ist herrlich,
Wenn auch gefährlich.
Auf die Adresse kommt es an;
Ist’s ein galanter,
Ist’s ein charmanter,
Wird es fatal oft dann und wann.

Statt Rezepisse
Möchte gern küssen;
Pfiffig jedoch benehm‘ ich mich da!
Lass ‚ihn vor allem
’s Porto erst zahlen.
Sage dann lachend zu ihm: ja, ja!

Einen Kuss
Wenn ich muss, wenn ich muss…
Nur nicht gleich, nicht auf der Stell‘
Denn bei der Post geht’s nicht so schnell‘
Nur nicht gleich, nicht auf der Stell‘
Denn bei der Post geht’s nicht so schnell‘

Das Porto haben wir bereits bezahlt und Kuss wollten wir auch nicht. Die Menschen im Call-Center, die meine Frau nach vielen Minuten erreichte, waren immerhin stets freundlich und zuvorkommend. Vielleicht hätten sie sogar Küsse gegeben, falls das in ihrem Dienstvertrag so geregelt ist, aber wir wollten bloß, dass der Nachsendeauftrag funktioniert. Daran änderte sich leider nichts. Die #Post kam nie am Nachsendeort an.

Wieder am Ursprungsort angekommen, fanden wir Rechnungen inklusive Mahnspesen vor und die Androhung der TIWAG, dass sie uns den Gashahn abtritt, wenn wir nicht bald eine Rechnung begleichen würden.

Wir verbrachten viele Stunden damit, das Missgeschick der #Post zu ändern, irgendwann gaben wir auf und meine Frau stornierte den Nachsendeauftrag.

Gestern aber die freudige Botschaft der #Post: Man habe höheren Orts bemerkt, dass die Briefe nicht nachgesendet werden und ein tolles Angebot für uns. Die #Post biete uns für den Schaden eine Entschädigung an.

Zitternd erwartete meine Frau das Angebot für € 16,90, die wir bezahlt haben und den Mahnspesen, der Arbeitszeit mit Mails und Anrufen.

Die Entschädigung betrug, na, raten Sie mal!

€ 2,80

Die Fachabteilung – wofür es alles Abteilungen gibt! – habe das so beschlossen.
Meine Frau wollte daraufhin den oder die AnsprechpartnerIn der Fachabteilung wissen, damit sie ihn oder sie anrufen kann.

Das sei leider nicht möglich. Datenschutz. Oder Amtsgeheimnis? Man weiß es nicht.

Schönen Tag noch, oder wie das so freundlich heißt,
Ihr/euer
Erich Ledersberger