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Der Mensch braucht die Kunst! Aber welche?

Kunstinstallation Venedig

Kunstinstallation Venedig

Ist es nicht eher so, dass vor allem der Kunstbetrieb Geld braucht?
Und das nicht zu knapp?

Am besten von den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern?

Eine bescheidene (Kunst?)Intervention.

 

Wer macht eigentlich Kunst?

Laut Beuys jede und jeder, wenn sie nur Zeit dafür hätten. Leider benötigt ‚die‘ Wirtschaft die Arbeitskraft der meisten Menschen woanders und hat einen Ausgleich gefunden: Die Kunst- und Kulturbetriebe. Dort wird produziert, was das Geld hergibt und mit Gewinn verkauft.

„Kunst hat sich als Wertanlage bewährt. Kaum eine andere Art der Investition hat es langfristig geschafft, Kapital so nachhaltig zu vervielfachen. Der Kunstmarkt entwickelt sich rapide und erschließt immer weitere Zielgruppen und Käuferstaaten.“
So lautet die Empfehlung des Kunsthauses Artes für Investoren.

Selbstverständlich kommt die Rendite in erster Linie den Händlern und ihren Käufern zugute, die ihre Ware mit Profit wieder weiterverkaufen wollen. Die Künstler, also die Produzenten, müssen sich erst mühsam gegen die eigene Künstlerkonkurrenz durchsetzen. Der Großteil bleibt im Kampf der Kunstproduzenten auf der Strecke und muss sich mit kleinen Häppchen abfinden, die vom Tisch der ‚Großen‘ fallen.

Es ist so ähnlich wie beim Sport: Der ist gesund, solange er ohne Leistungsanspruch ausgeübt wird. Das reicht den Geschäftemachern aber nicht, deshalb muss es Hochleistungssport geben – und Konsumenten. Die sollen möglichst viel feiern vulgo viel saufen, denn das ist schon wieder gut für die Wirtschaft. Der Kurs des Fußballvereins Borussia-Dortmund etwa ist innerhalb eines Jahres um fast 50% gestiegen! Man muss allerdings immer rechtzeitig aussteigen, derzeit fällt der Kurs gerade, weil ein Innenverteidiger den Verein verlässt.

Wem das meschugge vorkommt, der hat recht, aber das nützt nichts, denn der Markt ist per se gut. Auch der Kunstmarkt. Wobei, andererseits.

 

Ökobilanz des Kunstbetriebs

Für die Umwelt ist die große Kunst gar nicht gut. Hanno Rauterberg schreibt in der ZEIT, dass die Häuser der Stiftung Preußischer Kulturbetrieb jährlich so viel CO2 in die Luft pusten wie 120.000 Flüge zwischen Zürich und London.

Vielleicht sagen Sie jetzt, das kann man doch nicht vergleichen. Kunst mit Flügen!

Warum nicht? Es gibt viele Menschen, die lieber in den Urlaub fliegen als ins Museum zu gehen.
Tatsächlich!
Und auch wenn es immer mehr Museen gibt: Kaum jemand stellt sich die Frage, wohin das alles führen soll. Je größer Kunstwerke werden, desto mehr kosten sie. Sowohl in der Produktion als auch beim Verkauf. Also müssen immer neue Kunstpaläste gebaut werden und Boden versiegelt.

Und dann kommt noch diese blöde Vergänglichkeit dazu! Die muss unbedingt verhindert werden!

Ein bekannter Künstler produzierte Skulpturen aus Wurst und Schokolade. Solche Kunst muss natürlich bewahrt werden, mit Klimaanlagen und stabiler Luftfeuchtigkeit. Und wehe, es kommt eine Putzfrau und nimmt ein Stück Schokolade für die Kinder mit – das wäre ein ebenso verheerender Angriff auf die Kunst wie damals die Reinigung der Säuglingsbadewanne von Beuys.

Das großartige Kunstwerk wurde zu einem Fest der SPD nach Leverkusen gekarrt und dort eingelagert. Zwei Genossinnen suchten eine Schüssel zum Waschen der Gläser und fanden, dass die mit Pflastern malträtierte Badewanne dafür bestens geeignet war. Die beiden Frauen reinigten die Wanne penibel und spülten danach die Gläser für das sozialistische Fest sauber. Das Kunstwerk bekam praktische Bedeutung.

Beuys hatte offenbar wenig Humor und fand das laut einem Zeitungsbericht gar nicht lustig. Der Investor, Kunstsammler und Eigentümer der Kinderbadewanne Schirmer, verklagte die Stadt Wuppertal und bekam 58.000 DM Schadenersatz. Aber wer weiß, vielleicht hat sich durch diese PR-Aktion der Wert anderer Kunstwerke von Beuys dadurch vergrößert?

Egal. Jedenfalls bedarf es großer finanzieller Mittel, um immer mehr und immer größer werdende Kunstwerke für die Ewigkeit zu konservieren. Wobei Ewigkeit relativ gesehen werden muss, denn schließlich sind sich alle Experten darüber einig, dass in etwa sechs Milliarden Jahren das Ende der Welt stattfinden wird.

Für uns Lebende eine ziemlich überschaubare Aussicht, für die ewige Kunst allerdings ein einziger Jammer.

Wozu also all diese Arbeit und dieser Energieaufwand für eine ewige Kunst?

Wäre es nicht schöner und einfacher, Beuys Zitat, dass jeder Mensch ein Künstler ist, ändern in:
Jeder Mensch soll sich künstlerisch betätigen.
Und sportlich.
Und politisch. Auch diesen Bereich sollten wir nicht ausschließlich Berufspolitikern überlassen, die wie derzeit in Österreich, weitgehend ohne Hirn und Herz agieren.

Wie heißt es in einer Operette so schö?
‚Zuaschaun kaun i net,
zuschaun mog i ned
waun i ned söwa bin dabei
bricht mir des Herz entzwei.‘

Na dann! Wozu Kunst konsumieren, wenn man sie besser selbst macht?

Schon 1899 schrieb ein berühmter Schriftsteller:
„In Frankreich werden für die Künste Millionen bereitgestellt, dasselbe trifft man auch in Deutschland und England. In jeder großen Stadt baut man riesige Gebäude für Museen, Akademien, Konservatorien, dramatische Schulen, Vorstellungen und Konzerte. Hunderttausende von Arbeitern verbringen ihr ganzes Leben in schwerer Arbeit zur Befriedigung der Forderungen der Kunst, so daß es kaum eine andere menschliche Tätigkeit, außer der militärischen, gibt, die so viele Kräfte verschlingt, wie die Kunst.“

In diesem Sinn:
Lasst uns alle Künstlerinnen und Künstler, Sportlerinnen und Sportler, Politikerinnen und Politiker werden!
Und zwar ohne Millioneneinkommen für einzelne, sondern in einem menschlichen Rahmen für viele.

Installation Venedig, Biennale

Installation Venedig, Biennale

Eine kurze Geschichte der österreichischen Seele

Alle Gute kommt von oben!

Oben wohnen Herrgott und Kanzler

Die österrerichische Seele (Erwin Ringel) ist ein weites Land (Arthur Schnitzler).

Und darum ist alles sehr kompliziert (Fred Sinowatz, österreichischer Kanzler).

Irgendwann wird sich aber die Stimme der Vernunft aber durchsetzen (Sigmund Freud). – Naja.

 

In Österreich? Das glauben nur orthodoxe Optimisten. Warum das so ist, hören Sie hier.

 

Ja zum Pferd!

Berittener Polizist

Prototyp eines berittenen Wiener Polizisten

Selbstverständlich bin auch ich für immer mehr Sicherheit!
Und darum auch für die Polizei am Pferd. Allerdings bin ich auch für mehr Sparen.

Als verantwortungsvoller Bürger möchte ich daher einen wertvollen Beitrag liefern, der die Kosten enorm reduziert.

 

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Sommergespräche 2017: Ich nix versteh‘n!

Das Salzamt war eine Stelle ohne Publikumsverkehr - dort konnte man sich daher nicht beschweren. "Geh zum Salzamt" ist ein Wiener Ausdruck für menschliche Vergeblichkeit.

Beschwerdestelle des ORFs

Ich schätze den Rundfunksender Ö1. Und ich schalte seit vielen Monaten politische Sendungen des TV-Senders ORF ab.

Die immer gleichen Fragen nerven. Mein Verstand sagt: Das wird nix mit Informationen!

Manchmal übergehe ich meinen Verstand und sehe zu.

 

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