Danke, lieber Bildungsvize!

Wenn die Bildungsexperten nicht können, muss eben der Chef her. Dachte der Vizekanzler und Finanzminister und schrieb einen Brief. Seither weiß ich, warum der Beiname „Pater Wilhelm“ keine Erfindung der Medien sein kann. So süßlich lächelt höchstens noch unser aller Kardinal Schönborn. Und was will er mir sagen? Nein, nicht der Kardinal, sondern der Finanzminister?

„Der Schulalltag ist nicht immer leicht.“
Aber geh! Woher stammt plötzlich dieses Wissen? Waren Sie nicht damals auch schon in der ÖVP, als Stunden gekürzt wurden und das Geld für Bildung reduziert wurde?

„Das hat weniger mit der Organisationsform der Schule zu tun, sondern viel mehr mit geänderten Lebensumständen.“
Ach so! Da habe ich was missverstanden – ich hielt überfüllte Klassen immer für eine Organisationsfrage, dabei sind sie bloß Lebensumstände. Aber bitte, ich bin nur ein einfacher Kleinstadtlehrer.

„Lehrer arbeiten oft mit Humor, manchmal mit Strenge. Und immer mit viel Herz.“
Da haben Sie Recht! Ehrlich gesagt, ohne Herz würde ich es nicht mal in die Schule schaffen. Technisch und medizinisch gesehen. Und Humor brauche ich täglich, wenn ich lese, was Ihre Partei an pädagogischen Inhalten präsentiert.

Bis dahin klang alles furchtbar nett, als wären Nikolaus und der Osterhase gemeinsam am Fabulieren gewesen.

Und dann der Schluss!  Hier folgt eine kräftige Ohrfeige für uns LehrerInnen:
„Es sind die Lehrerinnen und Lehrer, die unsere Schule prägen.“

Das ist nach dem letzten Abschneiden bei PISA oder OECD-Studien eine Beleidigung!

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