Lehrer werden

ist nicht schwer. Zumindest, wenn es nach den neuen Ideen des Ministers der Wissenschaft geht. Der heißt Hahn und entwickelte aus einem „Klumpen Lehm“, wie er das im Interview nannte, eine Reform der Studiengebühren.

Vor den Wahlen versprach – Sie erinnern sich noch? – die inhaltlich kleine Regierungspartei SPÖ deren Abschaffung. Danach freute sich der neue Kanzler so sehr, dass er vor lauter Jubel die Ankündigungen vergaß. Die Wählerinnen und Wähler erinnerten ihn daran und so wurde der Begriff „soziale Arbeit statt Gebühren“ geschaffen:
Wer soziale Arbeit macht, muss keine Studiengebühren zahlen.

Meinten manche vor kurzem noch, dass unter diesen Begriff etwa die Kassierstätigkeit im Schrebergarten falle, das Schnapsverteilen bei den Tiroler Schützen oder das Kartenabreissen im gemeinnützigen Kinoklub, stellt sich nun heraus: alles ganz anders.

Wer keine Studiengebühren zahlen will, kriegt einen 20-stündigen Crashkurs in, sagen wir mal, Deutschunterricht für Migranten. Dann sind sie und er voll tauglich für Unterricht a la Hahn. Und danach wird von den Studentinnen und Studenten kräftig abkassiert.
€ 6,00 (Euro sechs) bezahlt der Staat!
In der Stunde! Nicht am Tag!

Super Bedingungen für die ohnehin schon überprivilegierten Studentinnen und Studenten.

Ob davon noch die Sozialversicherung abgezogen wird, bleibt vorläufig unklar. Es ist nur ein Vorschlag des Wissenschaftsministers.

Einige Verbesserungen kann er sich noch vorstellen, sagte er in der gestrigen ZiB 2.

Kaum zu glauben, dass daran noch etwas verbessert werden kann.

Einen Vorschlag hätte Kakanien schon:
warum die bestens qualifizierten Leute nicht gleich ins Schulsystem übernehmen? Verbunden mit einer Verleihung des Titels „voll diplomierte/r StudiengebührenersatzlehrerIn“ könnte der Unterricht in Österreich ein noch höheres Niveau erreichen und gleichzeitig die Akademikerquote erhöht werden.

Was spricht dagegen, den 20-stündigen Crashkurs mit einem Bachelor abzuschließen?

Eben.

Wie unser Minister Hahn schon im Interview mit der „Furche“ sagte:
„Qualität hat ihren Preis.“

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