Kabarettist als keifender Keppler

Seltsam, seltsam, dass in Österreich sogar Satiriker dem „Herrn Karl“ Helmut Qualtingers ähnlicher sind als etwa dem Sir Karl Popper. So auch Alfred Dorfer, den ich bis vor kurzem als kritischen Denker eingeschätzt habe.Leider war das eine bloße Schätzung, denn nachdem Herr Alfred (die Namensgleichheit mit Kanzler Gusenbauer ist vielleicht kein Zufall) vor einigen Wochen über die Nabelfreiheit einer grünen Politikerin berichtet hatte, kamen mir Zweifel.
Ist Kleidung von Frauen noch immer ein Gradmesser für politische Inhalte?
Zumindest bei Frauen?
Und sollten Satiriker nicht zumindest ein paar Meter über den Horizont eines Gartenzwergs hinausgehen?

In der Zeit vom 17. Juli 2008 bestätigt der österreichische Kabarettist, dass es auch anders geht und er in erster Linie kleinkariert ist: fest hinhauen, am besten unter die Gürtellinie, wenn’s geht mit falschen Inhalten.

Der Herr Alfred machte sich in einem Artikel darüber lustig, dass die Grünen kostenlosen öffentlichen Verkehr fordern. [Immerhin unterließ er den Hinweis auf sexuelle Schäden, die dadurch entstehen könnten. Aber er findet die Forderung lächerlich, sie sei eines Don Quijote würdig.]

Hätte der lustige Kerl sich informiert, im Radio oder im Internet etwa, wäre ihm aufgefallen, dass die Forderung von E-Control-Chef Walter Boltz erhoben wurde, weil derzeit schon 70 Prozent der Kosten von Steuern, also uns allen, getragen werden.

Und ein „Grüner“ wie Martin Bartenstein findet die Idee im Wirtschaftsblatt interessant.
Übrigens will auch Herr Westenthaler Öffis gratis, aber das ist für den satirischen Schlaumeier wohl nur ein weiterer Beweis für die Lächerlichkeit der grünen Forderung.

Und so keift sich der Herr Alfred Woche für Woche durch die Zeit, die ansonsten eine tolle Zeitung ist.
Schade, dass der Österreichbeitrag typisch österreichisch ist.

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