Neues aus Wien

Ein paar Tage in Wien gewesen. Missmutige Gesichter in den Straßenbahnen, alle vom Wien-Virus befallen. Alles wie damals. Nicht ganz.Da sind renovierte Häuser, wunderschön. Straßenbahn und U-Bahn funktionieren. Nur Wahnsinnige fahren hier noch mit dem Auto, wo die „Öffis“ schnell und zuverlässig unterwegs sind.
Seit ich meine Heimat nur mehr besuche, gefällt sie mir — abgesehen von den Wienern.
Die werden immer weniger. Leider fallen die meisten Zugewanderten auch dieser unbestimmbaren Krankheit zum Opfer, die sich in einer Mischung aus Raunzen, Jammern und „Da-kann-man-nichts-machen“-Stimmung äußert.

Schon in meiner Studentenzeit hatte ich ausschließlich Freunde aus den Bundesländern. Sie waren von einer Freundlichkeit und Offenheit, die ich in meiner Kindheit vermisste. Das fiel mir erst später auf, als ich geflüchtet war und bemerkte, dass an anderen Orten die Menschen anders waren.

Andererseits funktionieren in Wien so scheinbar simple Dinge wie die Müllabfuhr. Wer glaubt, das ist normal, fahre nach Innsbruck. Dort finden sich überquellende Mistkübel, ekelige Müllinseln, wo Windeln neben kaputten Flaschen und abgestellten Fernsehern liegen.
Irgendwas macht die Stadtverwaltung falsch. Dabei ist Wien 15 Mal größer als Innsbruck und heißt in Tirol die Partei, die die Bürgermeisterin stellt, „Für Innnsbruck“. Das ist eigentlich die ÖVP, die hier unter so vielen Namen kandidiert, dass man vor lauter ÖVP die anderen Parteien nicht sieht. Der Erfolg gibt ihr Recht. Ich meine wahltaktisch. Nicht, was die Müllabfuhr oder die Öffis betrifft.


Untersuchungsausschuss

Wer gegen einen Untersuchungsausschuss war, der kann keine Zweifel mehr haben: er ist ein sinnvolles Instrument der Demokratie. Was bisher an Skandalen präsentiert wurde, rechtfertigt einen permanenten Untersuchungsausschuss.

Eine Pressekonferenz um knapp € 100.000,00 ist eine wunderliche Sache und jedes Milchmädchen fragt sich, warum andere Pressekonferenzen nicht einmal ein Zehntel kosten. Hat das etwa mit dem Eurofighter zu tun?
So wenig, wie ein Darlehen oder Kredit oder Geschenk an die Frau jenes Mannes, der als hoher Beamter sich für den Teurofighter einsetzte. Es handelt sich um schlappe € 89.000,00.
Zugegeben, etwas weniger als eine Pressekonferenz der Firma Rumpold. Aber immerhin.

In den vergangenen Jahren hat sich dieses „Spendenwesen“ arg verbreitet, man denke nur an die Homepage von Herrn Grasser, der schönsten PowerPointPräsentation der Republik. Der wusste bekanntlich auch nichts davon, dass sein Mitarbeiter im Vorzimmer eine Homepage über ihn bastelte, die zwischen € 150.000 und € 250.000 kostete und vom Industriellenverband bezahlt wurde.

Ahnungslosigkeit scheint ein bestimmendes Merkmal der hiesigen Zwetschkenrepublik gewesen zu sein. Selbst dann, wenn es um die teuerste Anschaffung der Republik geht, die wir alle bezahlen.

„Hier fliegt Ihre Pension.“

So lautete ein Werbeschlager der SPÖ bei den letzten Nationalratswahlen. Viele haben diese Partei gewählt, weil sie den Kauf ablehnten.
Wie die derzeit regierende SPÖ handelt, sieht es so aus, als ob Ihre Pensionen weiter in der Luft fliegen würden, statt bei Ihnen anzukommen.

Übrigens: das Thema betrifft die Jugend ebenfalls. Dort oben werden nicht nur die Pensionen fliegen, sondern auch die Ausbildung. Dagegen ist der Entfall der Erbschaftssteuer ein Klacks.

Die sind bloß so hoch wie die Studiengebühren.
Und wer braucht schon AkademikerInnen, wenn die (Rüstungs)Geschäfte so gut laufen?

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