Wahlanalyse

Eigentlich wollte ich heute über Senilität schreiben, aber nach der wissenschaftlichen Analyse des ehemaligen Präsidenten des Nationalrates und Seniorenvertreters Andreas Khol konzentriere ich mich auf ihn. Senilität und Khol passen nicht zueinander, das weiß jeder in Österreich. Spätestens seit seinen Gedanken zur Wahl. Noch selten wurde eine Wahlniederlage so treffend und in sich schlüssig kommentiert.

Wer ist schuld an der Niederlage der ÖVP? Bisher rätselten viele Ahnungslose, einer meinte sogar, die Bildungsministerin habe der Partei mindestens zwei Prozentpunkte gekostet. Dabei ist in unseren Schulen alles in bester Ordnung, das hat Frau Gehrer selbst gesagt, und sie muss es schließlich wissen.

Nein, die Schuld trägt Josef Taus!

Nun werden sich viele fragen, wer dieser Taus ist, der eine Volkspartei in die Niederlage reitet. Kakanien sagt es Ihnen
Josef Taus war einmal ein führender ÖVP-Politiker, der gegen Bruno Kreisky in den Ring trat. Dort verlor er durch technisches K.O. und wechselte irgendwann in die Privatwirtschaft. Genauer gesagt, blieb er bis 1991 Abgeordneter der ÖVP und „persönlich widmete er sich dem Aufbau eines Konzernbetriebes“, wie das in der Biographie der Wiener Zeitung genannt wird.

Dieser Mann hat den ehemaligen BAWAG-Direktor Elsner besucht und damit der ÖVP den Sieg vermasselt. Weil nämlich, und jetzt wird Andreas Khol nahezu psychoanalytisch, daraufhin die SPÖ-Wähler nicht Zuhause blieben, sondern zur Wahlurne gingen und bei der SPÖ ihr Kreuzerl machten.

Das Ergebnis der Wahlen ist also ein Trotzverhalten der Wählerinnen und Wähler, verursacht durch Josef Taus!

Eine blendende Analyse! Josef Taus findet sie zwar „eigenartig und beinahe lächerlich“ (Standard vom 28. Oktober), aber er ist ja erst seit 50 Jahren Mitglied der ÖVP und kennt sich daher dort noch nicht so gut aus.

Wenn man der Analyse folgt, liegt es auf der Hand, dass Andreas Khol am liebsten Neuwahlen hätte. Dann darf Josef Taus eine Zeitlang nicht seine Wohnung verlassen, Herr Elsner ihn nicht besuchen und die trotzigen SPÖ-Wähler wechseln logischerweise zur ÖVP. Oder so ähnlich.

Wer sonst, außer er, wird dann gewinnen – unser Kanzler Schüssel!

Auf einen neuen Wahlkampf. Wenn es nach Khol geht.

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