Was Österreich bewegt: Katzennieren!

2016-09-04_kakanien_katzennieren

Wann kommt endlich mein Trinkbrunnen?

Nein, ich arbeite nicht an einem neuen Rezept für die haubentaugliche Verwertung von Haustieren.

Es geht um Wichtigeres: um Gesundheit und Bildung! Schließlich hat der ORF einen Bildungsauftrag. Auch frühmorgens.

 

 

 

Bildung für alle

Als typischer Österreicher informiere ich mich nahezu ständig über die wichtigsten Probleme im Land. Abgesehen von Norbert Hofer und Heinzi Strache sind das bekanntermaßen die Katzen, vor allem die Hauskatzen.

Immer mehr Hauskatzen leiden an einer Nierenkrankheit!“
Diese Nachricht aus dem Fernsehgerät geriet für mich zum morgendlichen Schock.

Nachdem der Moderator ergänzte, das „macht nicht nur den Katzen, sondern auch den Hunden Sorgen“, erschrak er und korrigierte eiligst, „nein, den Besitzern Sorgen.“

Ich hatte keine Zeit, mich mit der Fehlleistung des Mannes auseinanderzusetzen – hasst er womöglich Katzen? – , da folgten schon weitere, erschütternde Einzelheiten.

Bis zu zwei Millionen Katzen, also noch mehr als Flüchtlinge, leben in Österreich. Und jede dritte von ihnen, den Katzen natürlich, hat ab dem 13. Lebensjahr mit Nierenproblemen zu kämpfen.

Die Reporterin des Beitrages „Nur mit Tier“ – der Slogan wurde übrigens von Kakanien mit dem „Goldenen Award für innovative TV-Titel im Bereich Tiersendungen“ ausgezeichnet – zeigt als hervorragendes Beispiel den Kater Mogli, der an Nierenproblemen leidet.

Begonnen hat alles mit den typischen Symptomen“, merkt die Reporterin an, was mich nicht sonderlich überrascht, wie soll eine Krankheit sonst beginnen?
Interessant ist allerdings die Ähnlichkeit des kätzlichen (oder heißt es kätzischen?) Verhaltens mit dem menschlichen:

Angefangen hat es damit, dass er mehr trinkt,“ sagt die Besitzerin.
Und: „Das Fell war nimmer so schön.“

Wenn ich mein Haupthaar betrachte, kommt mir diese Entwicklung völlig natürlich vor.

 

Ein empathisches Interview

Die Journalistin ist jedenfalls verzweifelt – Emotionen müssen heutzutage allerorten eintreten – und fragt den Tierarzt mit Tränen in den Augen:

Warum haben ausgerechnet Katzen so oft Probleme mit den Nieren?“
„Weil die Katzenniere kleiner ist als die des Hundes und des Menschen“, antwortet der Tierarzt unsensibel. Das habe ich ebenfalls vermutet, schließlich sind Menschen und fast alle Hunde etwas größer als eine Katze.

Dann wird auch der Tierarzt feinfühlig und geht in die Tiefe. Auf die Frage, was dagegen zu tun sei, antwortet er ökologisch und ökonomisch richtig:
Ab dem 5. Lebensjahr ist es ganz wichtig zum Tierarzt zu gehen und die Blutwerte zu kontrollieren.

Außerdem muss häufig der Blutdruck untersucht werden, damit die Katze ein menschen-, nein, katzenwürdiges Leben führen kann. Über den Unterschied muss ich noch nachdenken, ich vermute, Katzen geht es besser.

Mit den Nieren von Katzen ist es übrigens ungefähr so wie mit dem Gehirn von Menschen: Gewisse Krankheiten sind unheilbar.

Gegen Alzheimer bei Menschen oder schwachen Nieren bei Katzen ist weder ein Kraut noch ein Medikament gewachsen. Darum kann der Tierarzt die Krankheit nur verzögern, nicht heilen.

Eine Diät kann helfen, übrigens nicht nur bei der Katze. Viel trinken ist wichtig, wobei auf Alkohol, wenn ich das richtig verstanden habe, nur bei Katzen weitgehend verzichtet werden soll.

Trockenfutter sollte vor allem im Sommer mit Wasser verdünnt werden, damit die Nieren mit Flüssigkeit versorgt werden.
Und wenn die Tiere nicht trinken wollen, empfiehlt der Tierarzt jedenfalls einen Trinkbrunnen.

 

ORF – wie ich?

Was du nicht alles weißt!“, sagt meine ALF (= allerliebste Frau), als ich ihr beim Frühstück von meinem neuen Wissen berichte.

„Und woher hast du diese ungemein wichtigen Informationen?“
Ich höre einen ironischen Unterton, aber wahrscheinlich irre ich mich. Es ist noch früh am Morgen.

Von der neuen, tollen Sendung des österreichischen Fernsehens, ‚Guten Morgen Österreich‘.“

Ach!“, antwortet sie. „Deshalb lautet der neue Werbespruch ‚ORF – wie wirr‘.“

„ORF – wie wir!“, will ich ihr noch nachrufen, aber da ist sie schon unterwegs zur Arbeit.

Jedenfalls werde ich mich um einen Trinkbrunnen umsehen. Angeblich kann man ihn auch mit Riesling oder Zweigelt füllen.

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