Miau und Wuff!

Katze, auf Katzen-Telepathin wartend

Katze, auf Katzen-Telepathin wartend

Manchmal mache ich mir, wie jeder Vater, Sorgen um meine #ALT (= AllerLiebsteTochter). Sie hat ein Universtitätsstudium abgeschlossen, spricht drei Sprachen und absolviert gerade einen Kurs in Gebärdensprache.

Mit anderen Worten: Sie gehört zur Gruppe der gefährdeten Arbeitnehmerinnen.

 

Soziale Sicherheit? Geht’s noch?

Weitere Nachteile meiner #ALT: Sie ist sozial engagiert und auch „sozial kompetent“, wie heute genannt wird, wenn ein junger Mensch einem alten hilft, den Zebrastreifen angstfrei zu überqueren oder in der Straßenbahn aufzustehen, wenn ein körperlich behinderter Mann einsteigt.

Erschwerend hinzu kommt, dass sie keine (!!!) Karriere machen will und daher in einer Branche gelandet ist, die von der Gesellschaft gebraucht, schlecht bezahlt und überwiegend von Frauen ausgeübt wird.

Dabei ist sie in einem reinen Männerhaushalt aufgewachsen!

Keine Ahnung, was die Feministinnen dazu sagen, ich mache mir Sorgen.
Was soll aus dem mittlerweile erwachsenen Kind werden, wenn es bloß die oben angeführten Eigenschaften und Kenntnisse hat?

Und wie ich so überlege und überlege, kommt mir eine meiner Ö1-Lieblingssendungen zu Hilfe: der Beruf der Tiertelepathin!

Was soll ich werden?

In der Sendung „Diagonal“ wurde von dem wunderbaren Beruf der Tiertelepathin berichtet! Es gibt nämlich Menschen, die haben Probleme mit ihren Haustieren. Meine #ALF (= AllerLiebsteFrau) und ich nicht, wir haben nämlich keines.

Allerdings sind wir da eine Ausnahme, in Österreichs Haushalten gibt es beispielsweise 1,3 Millionen Katzen, von Hunden und anderem Getier wollen wir gar nicht reden. Daraus geht deutlich hervor, warum in Supermärkten die Abteilung „Tiernahrung“ immer größer ist als jene der „Kindernahrung“.

Immer häufiger kommt es in Mensch-Tier-Haushalten vor, dass der Mensch sagt:
„Mein Tier versteht mich nicht.“

Kein Wunder, schließlich verstehen mittlerweile, dank unseres hervorragenden Bildungssystems, einige Menschen Englisch. Aber wer versteht schon Katzisch?

Hündisch ist noch einigermaßen gebräuchlich, hier gibt es glücklicherweise etliche Übereinstimmungen mit dem menschlichen Verhalten in heimischen Institutionen – und dennoch: Manchmal bellen uns Wuffi, Bello, Miau und Co Sätze entgegen, die unverständlich sind.

In diesem Fall gibt es nur eine Therapie: die Tier-Telepathie!

Energie im luftleeren Raum

Glücklicherweise können wir alle mit Tieren telepathieren, das „ist ein biologisches Erbe“, sagt eine Frau, die Kurse für Tiertherapeuten (und –innen) anbietet. Dann hat auch meine #ALT diese Eigenschaft, kombiniere ich messerscharf und lege meiner #ALF den gesicherten Zukunftsplan für meine #ALT vor.

„Ich möchte, dass meine Tochter eine ökonomisch einigermaßen erträgliche Zukunft vor sich hat. Ein Studium und ein paar Sprachkenntnisse reichen dafür bekanntlich nicht aus. Was hältst du davon, wenn ich ihr einen Kurs für Tiertelepathie finanziere?“

Meine #ALF bekommt sehr große Augen und greift besorgt an meine Stirn.
„Fieber?“, fragt sie.

„Nein. Sorge um mein großes Kind.“
Sie nickt.

„In Österreich“, führe ich aus, „gibt es Millionen von Katzen, Hunden, Pferden und wie die Tiere alle heißen, die sich in Haushalten tummeln. Ein zertifizierter Aufbaukurs kostet läppische 700 Euro. Und nach sechs Kursen  kannst du dich sogar zum Tier-Coach ausbilden!“

Die Begeisterung meiner #ALF hält sich noch in Grenzen.

Kosten in der Realität

„Ein Hausbesuch bei einer Katze…“
„Hausbesuch bei Telepathie?“, unterbricht mich meine #ALF.

„Ja, fand ich auch komisch, aber das gibt es. Sozusagen als verstärkte Telepathie. Jedenfalls kostet eine Stunde etwa 100 Euro. Acht Stunden Arbeit am Tag, ergibt bei einer Arbeitswoche von 30 Stunden 3.000 Euro, Monatseinkommen also etwa 12.000 Euro. Abzüglich Sozialversicherung und Steuer macht das ….“

Bevor ich das Internet anwerfe, um zu eruieren, wie viel das netto ausmacht, wirft meine #ALF ein:
„Aber sie hat doch eine Tierhaarallergie!“

Darauf habe ich in der Aufregung über die phantastischen Berufsaussichten meiner Tochter tatsächlich vergessen!

„Dann muss sie sich halt um haarlose Tiere kümmern. Um Schildkröten etwa. Hauptsache, sie hat einen sicheren Job.“

Aussage eines Hundes zum Thema "Tier-Tele-Therapeut"

Renitenter Hund nach Besuch beim Tele-Tiertherapeuten

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