Päpstliche Sorgen

Es ist immer wieder eine Freude, wenn der Papst die Wahrheit spricht. Nämlich die katholische Wahrheit, die sich von anderen religiösen Wahrheiten bekanntlich unterscheidet. Auch von den religiösen Wahrheiten der anderen Kirchen, was dazu führt, dass wir unendliche Wahrheiten haben, was der Definition des Wortes Wahrheit zuwiderläuft.

Keine Sorge, es folgt keine philosophische Diskussion über den Begriff, es folgt nur die wichtige Nachricht für Katholikinnen und Katholiken:
Sex vor der Ehe bleibt Pfui und Spaß machen soll das Ganze auch nicht, weil das Wichtigste die Kinder sind. Besser gesagt: die Vermehrung. Nicht ganz so wichtig ist, ob es den Kindern gut geht. Es dürfte sogar bis in den Vatikan vorgedrungen sein, dass in Entwicklungsländern Kinder verhungern, aber das ist, wie gesagt, nicht so wichtig

Das ist in gebotener Kürze der Inhalt der Papstreise nach Brasilien.

Außerdem überlegte der gute Benedikt noch, ob man Minister exkommunizieren soll, die Abtreibungen nicht unter Strafe stellen. Die Täterinnen müssen übrigens nicht mehr verbrannt werden, woran der fortschrittliche Charakter der Kirche direkt ablesbar ist, es genügen ein paar Jahre Gefängnis. Jedenfalls soll ordentlich bestraft werden.

Von den Exkommunikationen haben Seine Heiligkeit sich distanziert, nachdem etliche Menschen empört darauf reagiert hatten. Hätte auch ein bisserl blöd ausgeschaut, wenn Hitler damals nicht, ein Minister aus Brasilien, der Abtreibungen nicht verbieten will, heute schon ausgeschlossen wird.

Ganz sicher sind Ihro Papst aber, was Jungfräulichkeit in der Ehe anlangt. Daran führt kein Weg vorbei. Das ist eine der absoluten Wahrheiten der katholischen Kirche.

Nur der katholischen Kirche?
Gibt es da nicht, weit, weit weg, aber immer näher kommend eine Religion, die sowas í„hnliches fordert?
Und ist die etwa deshalb so erfolgreich, weil dort die Menschen noch bestraft werden, wenn sie vor der Ehe es miteinander lustig haben?

So oder ähnlich mögen die Überlegungen gewesen sein.

Hoffentlich dämmert auch im Vatikan allmählich der Gedanke, dass die Ursachen von Armut nicht mit Keuschheit bekämpft werden können. Und dass Lebensfreude nicht an ein Sakrament gebunden sein kann. Und zur Freude gehört auch die Sexualität, so gerne die Herren im Vatikan beides am liebsten abschaffen würden.

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