Wo ist das geringste Ãœbel?

Krumm ist die Banane - und die Gurke auch

Seit „der Professor“, nämlich Alexander van der Bellen, die Grünen verlassen hat, erinnert die ehemals alternative Partei an den Zustand der SPÖ
nach Kreisky. Sie taktiert dahin, ohne erkennbaren Sinn und Zweck und ausgestattet mit zahlreichen popolistigen Stehsätzen.

Beispiel „Eva“

Während ein Teil der Grünen tschendert, was das Zeug hält (Tschinderassa, Tschenderassa, bum, bum, bum), gibt es eine Zeitschrift, die zufällig so heißt wie die Parteivorsitzende, also EVA, Untertitel: „das Grüne Mädchenmagazin, auch für Jungs“.

Dort wird nicht getschendert, sondern Mädchen bekommen das, was sie interessiert — Schuhe, Schminktipps und andere wichtige „news“. Das Design erinnert an „BRAVO“, der Inhalt ebenfalls.

„Was du schon immer über Eva Glawischnig wissen wolltest“, „Julian goes Parlament“, „Star-Talk“, „Party für die Nägel“, „Bio-Kosmetik im EVA-Test“, „Coole Sohlen“, „Scharf! DER GROSSE EVA-KONDOMTEST“ oder eine „Checklist“ für die Maturareise. Dort gibt es spannende Hinweise, etwa dass das Gute oft nahe liegt:
„Auch in Österreich gibt es schöne Ecken und guten Wein.“

Oder:
„Wieso nicht auf Bus oder Zug umsteigen? Man schont nicht nur die Umwelt, sondern spart sich die Flughafensitzerei, darf das Bier mit an Bord nehmen und kann bei Pinkelpausen mal eine rauchen.“

Genau! Weil’s nämlich echt cool ist, beim Pinkeln zu rauchen, vor allem, wenn man ein echtes Mädel, also girl ist.

Megageil auch die „Flirt-Tipps“:
„Flirts schon vor der Happy-Hour aussuchen! … der Blick zum/zur BettnachbarIn am nächsten Morgen soll ja nicht für Schreckmomente sorgen.“

Nicht immer liegt morgens Eva neben dir! Und was das Wichtigste ist beim Flirt und irgendwie auch im Leben:
„Sei immer du selbst!“

Das wünschte ich auch den Grünen. Davon sind sie derzeit leider weit entfernt.

Oder, Schreck lass nach: Sind die tatsächlich so, wie sie sich in der Werbung geben?
Und warum habe ich sie dann gewählt?

Beispiel „Strasser“

Strasser

Ein Meuchelfoto dieser Art mag bei Teilen der FPÖ-Wähler gut ankommen (-innen gibt’s dort selten, ihr Anteil dürfte in etwa dem Anteil von Masochistinnen entsprechen), aber bei der grünen Zielgruppe herrscht eher Abscheu, wenn noch nicht rechtskräftig verurteilte Menschen so dargestellt werden.
Selbst nach einer Verurteilung habe ich Probleme damit.

Wie weit ist es bis zur öffentlich sichtbaren Liste von Pädophilen? Steuerhinterziehern? Und bald: bloß Verdächtigen?
Und auch wenn ich mit Herrn Strasser kein Mitleid empfinde: Dieses Plakat hat mit sachlicher Auseinandersetzung nichts zu tun.

Beispiel „Madeleine Petrovic“

Die Provinzialisierung (=Verländerung) findet offenbar nicht nur in den „großen“ Parteien statt. Vor kurzem stand im 2. Bezirk von Wien ein Auto mit der Aufschrift, dass Madeleine Petrovic die beste aller Kandidatinnen für die EU ist.

War die Dame nicht an 5. Stelle gereiht?
Basisdemokratisch gewählt?

Naja, eigentlich schon, aber irgendwie ist das doch nicht SO ernst zu nehmen, weil nämlich … egal, nun startet auch der an 2. Stelle gereihte Mann (klingt bei den Grünen schon nach Alibi-Mann) einen Kampf um Vorzugsstimmen.
Geht’s noch? Fragt ein Wähler.

Nein, danke. Jetzt nicht, wir haben Wahlkampf.

Beispiel „Wandern mit Gebi Maier“

Darum lautet die Parole in Tirol: „Geh mit Gebi“.

Der grüne Politiker lädt zum Wandern ein, weil „viele Menschen können sich kein Auto leisten, andere haben aus Überzeugung keins. Dazu gehöre auch ich. Ich bin aber trotzdem sportbegeistert und bei jeder Gelegenheit am Berg zu finden. Sport in und um Innsbruck ganz ohne Stau – das ist mein Anspruch.“

Da hat Hansi Hinterseer politisch eindeutig das Nachsehen. Selbst wenn die empfohlene Internet-Seite  leider nicht funktioniert, zumindest am 20. und 21. Mai 2014.

Vielleicht kommt demnächst die Ankündigung, dass der grüne Gebi am Patscherkofel ein Konzert gibt!
Mit Hansi Hinterseer.

Beispiel„Tirol“

Seit die Grünen in einer Koalition mit der ÖVP „regieren“, fragt sich das Wahlvolk, wer in den Alpen die braveren Wasserträger sind: die Roten oder die Grünen?

Den Schwarzen kann’s egal sein, sie geben den Ton an und beherrschen die Medien. Innsbrucks (grüne) Vizebürgermeisterin scheint zum Beispiel im amtlichen Mitteilungsblatt Innsbruck informiert kaum mehr auf und wenn doch, dann vergisst die Redaktion ihren Namen zu nennen.
(Anmerkung für Nicht-Tiroler: Innsbruck informiert ist eine Art Zeitung, die gratis, also aus Steuergeld finanziert, an alle Innsbrucker Haushalte versandt wird, ob die wollen oder nicht.)

Das große grüne Thema Agrargemeinschaften war zwar ein Wahlknüller wie die Gesamtschule Tirol, geschehen ist seither leider nichts, außer einigen faulen Kompromissen.

Die Grünen — ein Trauerspiel?

Naja. Eine Komödie geben sie jedenfalls nicht ab im Rahmen der kakanischen Festspiele namens EU-Wahlen. Denn die EU kommt auch bei den Grünen nur als Irrtum vor, etwa als jene Bürokratie, die krumme Gurken verbietet.

Ist aber eine falsche Nachricht. Die krummen Gurken waren zwar einmal verboten, aber nicht, weil die EU-Bürokratie das so wollte, sondern der Einzelhandel.

Diese Bestimmung gibt es nicht mehr. Aber wozu sich mit der Wahrheit beschäftigen, wenn es einfacher ist, vorhandene Vorurteile zu bestärken.

Welches Übel wählen?

Welches Übel also wählen? Nein, die Grünen sind nicht das größte Übel in der österreichischen Parteienlandschaft.

Die Frage ist, ob sie das geringste ist im Angebot der EU-Wahl.

Das werde ich nämlich wählen. Ich bin bloß noch nicht sicher, welche Partei das ist.